Dachausbau eines Einfamilienhauses

Die Bauaufgabe und die Vorgeschichte

Der Dachstuhl vor dem Ausbau.
Der Dachstuhl vor dem Ausbau.

Die dreiköpfige Familie Reimer hat ein kleines Einfamilienhaus in Hamburg-Eimsbüttel erworben. Die meisten Häuser in diesem Viertel wurden schon in den 1930er Jahren gebaut. Das Wohnumfeld ist von hoher Qualität ist.

Das Haus wurde zwar im Laufe der Jahre regelmäßig gepflegt, soll aber nun den Wünschen der neuen Besitzer angepasst und in einem späteren Schritt auch energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Der Grundriss, wie auch der Innenausbau im Dachgeschoss, erwiesen sich als nicht familiengerecht. Die Räume wurden durch die beiden kleinen Dachgauben ungenügend belichtet und die Dachschrägen schränkten die nutzbare Wohnfläche erheblich ein.

Die Suche nach einem kompetenten Betrieb, der den Dachgeschossumbau übernimmt, führte zur Zimmerei Harms Holzbau aus Hamburg (www.harms-holzbau.de). Als Partner des Bauherrn übernimmt sie die Gesamtkoordination und leitet das Projekt bis zur Fertigstellung.

Bildergalerie zum Dachausbau

Der Dachstuhl vor dem Ausbau.
Das kleine Einfamilienhaus in Hamburg-Eimsbüttel. Das Haus soll den Wünschen der neuen Besitzer angepasst und in einem späteren Schritt auch energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden.
Vor allem der Grundriss wie auch der Innenausbau im Dachgeschoss erwiesen sich als nicht familiengerecht.
Die Räume wurden durch die beiden kleinen Dachgauben ungenügend belichtet und die Dachschrägen schränkten die nutzbare Wohnfläche erheblich ein.
Die Planer des Zimmereibetriebs erstellten nach den Wünschen der Familie Reimer die Bauzeichnungen für ein neues Dachgeschoss.
Hier sieht man die Werkpläne mit allen Details für den Umbau.
Der Aufbau der Gaubenwände von außen nach innen: Außenputz, Putztträgerplatten aus Kalziumsilikatplatten, Hinterlüftungsebene, DWD-Holzfaserplatte (Agepan), Holzständerwerk aus Konstruktionsvollholz 6/20 cm, Gefachdämmung 20 cm Mineralfaser (Knauf Insulat
Der Bauherr entfernte selbständig den gesamten Ausbau des Dachgeschosses.
Natürlich sprach er vorher mit dem Zimmereibetrieb ab, was abgebrochen werden durfte und welche tragenden Bauteile unbedingt erhalten bleiben mussten.
Die Außenwände der beiden neuen Gauben werden im Zimmereibetrieb komplett vorgefertigt. Der erste Schritt: Die Rahmenkonstruktion eines Wandelements wird aus Konstruktionsvollholz zusammengefügt. Dieses Bauteil ist etwa 8,50 x 2,60 Meter groß.
Der Rahmen ist einseitig mit OSB-Platten beplankt. Sie finden sich später auf der Innenseite der Wände wieder.
Die blaue Folie dient als Dampfbremse. Diese Folien vermeiden den Wasserdampfeintrag und dessen Kondensation im Inneren des Bauteils. Die überstehenden Folienränder erlauben später den luftdichten Anschluss an die anderen Dach- Wand- und Bodenflächen.
Anschließend werden auf der Rauminnenseite Gipskartonplatten festgeschraubt.
Die Wand ist nun gedreht. In dem Gefachen des Holzrahmens befindet sich bereits die Wärmedämmung aus Mineralfasern.
Der Rahmen wird jetzt mit Holzfaserplatten geschlossen. Links auf dem Werktisch entsteht bereits die zweite Gaubenwand.
Die Montage der Unterkonstruktion für die Außenfassade.
Die Außenfassade besteht aus einer hinterlüfteten Kalziumsilikatplatte, auf die später vor Ort der Außenputz aufgebracht wird.
Die Wand ist nun fertig für den Einbau der Fenster.
Dafür wird sie vertikal aufgestellt.
Für die Luftdichtigkeit des Bauteils wird in den Ecken die Dampfbremse mit speziellem Band abgeklebt.
Alle Fenster wurden nach den Angaben des Holzbaubetriebs von einem speziellen Hersteller individuell angefertigt.
Der Einbau erfordert große Sorgfalt – lotrecht und nicht windschief!
Zum Schluß werden die Flügel eingehängt und an der Außenseite die Fensterbänke montiert.
Ein wichtiges Detail: das Ü-Zeichen auf jedem Bauteil belegt, dass es den geltenden Normen und Vorschriften für einen hohen Qualitätsstandard der Bauprodukte und bei Fertigung von Holzbauwerken entspricht.
Alle Wandelemente sind nun fertig für die Baustelle. Insgesamt hat die Vorfertigung aller Bauteile im Zimmereibetrieb nur fünf Arbeitstage in Anspruch genommen.
8.00 Uhr. Der erste Baustellentag beginnt. Ein Baugerüst steht rund um das Haus der Familie Reimer.
Die alten Dachziegel werden entfernt und entsorgt, da das Haus im Zuge des Umbaus auch eine neue Eindeckung erhält. Noch sind ein Dachfenster und die alte Gaube zu sehen.
Das unbeständige Wetter erfordert eine provisorische Abdeckung des Daches, damit die Arbeiten ungestört weitergehen können.
Die Baumaßnahmen greifen stark in das Tragwerk des alten Dachstuhls ein, so dass als Erstes Aussteifungshölzer zur Erhaltung der Stabilität montiert werden.
Auch diese Konstruktion stützt den Dachstuhl für die Dauer des Einbaus der neuen Dachgauben.
Das Bauen in vorhandener Substanz erfordert einen ständigen Abgleich mit den Bauzeichnungen.  17.00 Uhr. Das Ende des ersten Tages. Die Baustelle ist nun für den entscheidenden Schritt des Umbaus am nächsten Tag vorbereitet.
8.00 Uhr. Der zweite Tag beginnt mit optimalen Bedingungen: die Sonne ist wieder da. Auch vor dem Haus wurde an alles gedacht.
Zuerst trifft der Tieflader der Firma Harms mit den vorgefertigten Bauteilen ein.
Kurz darauf folgt der Autokran. Der Fahrer liefert auf der schmalen Straße Maßarbeit ab.
Der Dachstuhl wird für die endgültige Montage vorbereitet. Die Sparren werden in den Bereichen weggeschnitten, wo die neuen, breiteren Gauben zum Stehen kommen.
Dann hebt der Kran die beiden alten Dachgauben weg. Die Einbausituation ist jetzt deutlich zu erkennen.
11.00 Uhr. Die Spannung steigt. Das große Wandelement der ersten Dachgaube wird vom Tieflader zur Baustelle gehoben.
Die am Kran hängende, immerhin 8,50 Meter lange Wand...
...lässt sich ohne Probleme von Hand...
...an ihren Standort führen.
Steht das Element an der richtigen Stelle wird es vorübergehend durch Montagestützen gehalten.
Ein Zimmermann bürgt für präzises Arbeiten. Die Wand muss exakt im Lot stehen.
14.00 Uhr. Die Seitenwände der Gaube werden an ihren Platz gehoben.
Die schon im Betrieb vorbereiteten Sparren der Gaubendächer liegen auf den neuen Wänden auf und werden mit den Sparren der alten Dachkonstruktion verbunden.  16.30 Uhr. Am Ende des zweiten Tages sind beide Gauben montiert. Eine Folie wird bis zum nächsten
Die Unterspannbahn wird aufgebracht, die das Eindringen von Regen oder anderen Niederschlägen verhindert. Zuvor wurden die Sparren aufgedoppelt, das heißt für eine größere Dämmstärke mit zusätzlichen Hölzern erhöht. Außen werden die Dachlatten befestigt.
An der Unterkante der Gaubenwände ist deutlich die Bleischürze zu erkennen, die später den Übergang zu den Dachziegeln bildet.
Ein Ende ist abzusehen. Die Unterspannbahn wird natürlich auch über die neuen Gaubendächer gezogen. Nun kann der Dachdecker kommen.
So sieht die fertige Gaube aus: das Dach ist eingedeckt, die Wände sind verputzt und die Regenrinne mit Fallrohr montiert.
Die Rohbauarbeiten sind nun abgeschlossen. Von der Straße betrachtet bleibt die äußere Form des Hauses weitgehend erhalten.
Nun beginnt der Innenausbau, der von den Bauherren in Eigenleistung erbracht wird. Dank des trockenen Ausbaus lassen sich diese Arbeiten auch mit einfachen Werkzeugen durchführen.
Die Wärmedämmung wird zwischen die Dachsparren eingebracht.
Die Innenwände – hier zwischen den beiden Kinderzimmern – wurden vom Zimmereibetrieb zur Weiterbearbeitung durch die Bauherren vorbereitet.
Die Dachschrägen, Innenwände und -decken werden mit Gipskartonplatten verkleidet.
Auch wenn die Ausbauarbeiten noch bevorstehen, zeigt sich das Haus der Familie Reimer von außen schon in neuem Glanz.
Auch von der Gartenseite betrachtet stellt sich das Haus nun rundum saniert dar. Der Innenausbau des Dachgeschosses ist vollständig abgeschlossen. Familie Reimer hat hierfür die meisten Arbeiten in Eigenleistung übernommen.
Die Lage der Treppe wurde nicht verändert. Über sie gelangt man in einen kleinen Flurraum im Dachgeschoss, von dem aus alle Räume betreten werden können.
In den Räumen wurde ein neuer Fußboden aus Massivholzdielen verlegt.
Die alten Türen konnten soweit wie möglich erhalten und aufgearbeitet werden. Zusammen mit dem naturbelassenen Holzboden ist so der Charakter des Altbaus geschickt erhalten.
In diesem Kinderzimmer befindet sich das Fenster rechts in der Giebelwand des Hauses, während links das große Wandelement der neuen Dachgaube zu sehen ist. Im Gegensatz zum Altbau sind nun die Dachschrägen auf ein Minimum reduziert.
In der Mitte des Dachgeschosses wurde ein Badezimmer eingebaut, das auf relativ kleinem Raum eine Badewanne und zwei Waschbecken bietet.
Das Schlafzimmer der Eltern erstreckt sich über die gesamte Breite des Hauses. Der Blick aus dem Fenster in der Giebelwand führt in den Garten.
Trotz erheblicher Eingriffe im Bereich des Daches bleibt das einheitliche Erscheinungsbild des Siedlungshauses aus den 1930er Jahren gewahrt.